B4GAMBLE
Sprache
DE
AnmeldenProgramm starten
Programm starten
Navigation öffnenNavigation schließen
KONTROLLE & HILFEHilfe öffnen
Sprache
DE

18+ · Informations- und Vergleichsdienst · Hilfe bleibt von kommerziellen Empfehlungen getrennt.

Ein schlichter Briefkasten an der Wand, darunter ungeöffnete Umschläge und ein Schlüsselbund auf einem kleinen Eichenregal im Nachmittagslicht.

Glücksspielwerbung stoppen: E-Mails, SMS und Anrufe abbestellen

So stoppst du Werbe-E-Mails, SMS und Anrufe von Glücksspielanbietern: abmelden, nach DSGVO widersprechen, Rechte als gesperrter Spieler kennen und Phishing erkennen.

Published
1. Oktober 2026
Reviewed
1. Oktober 2026
Lesezeit
6 min

Glücksspielwerbung stoppst du am zuverlässigsten, wenn du dem Absender auf jedem Kanal klar sagst, was du willst: keine Werbung mehr. Melde dich über die Werbeeinstellungen oder den Kundenservice ab, widersprich der Nutzung deiner Daten für Werbung und bewahre eine Kopie deiner Nachricht auf.

In Deutschland helfen dir dabei zwei Regeln: Das Datenschutzrecht gibt dir ein Widerspruchsrecht gegen Direktwerbung, und der Glücksspielstaatsvertrag verbietet persönlich adressierte Werbung an gesperrte Spielerinnen und Spieler.

Werbung von einem bekannten Anbieter abbestellen

Kommt eine echte E-Mail von einem Glücksspielanbieter, bei dem du ein Konto hast, nutze den Abmeldelink oder schreib dem Kundenservice. Bei Werbe-SMS folgst du den Abmeldehinweisen in der Nachricht. Bei Werbeanrufen sagst du, dass du keine Werbeanrufe mehr möchtest, und bestätigst das anschließend schriftlich. Bist du unsicher, ob eine Nachricht echt ist, lies zuerst den Abschnitt zu verdächtigen Nachrichten weiter unten.

  1. Prüfe im Kundenkonto die Werbeeinstellungen für jeden Kanal – E-Mail, SMS, Telefon, Post und Push-Nachrichten – und speichere deine Auswahl.
  2. Schreib ausdrücklich, dass du überhaupt keine Glücksspielwerbung mehr erhalten willst, wenn das dein Ziel ist.
  3. Notiere das Datum deiner Abmeldung und bewahre Bestätigungen sowie jede spätere Werbenachricht auf.

Eine Abmeldung vom Newsletter lässt deine Einwilligung für SMS oder Anrufe womöglich unberührt. Wenn du gar keine Werbung mehr willst, mach das für alle Kanäle deutlich, statt dich auf einen einzigen Abmeldelink zu verlassen.

Dein Recht: Widerspruch und Widerruf nach DSGVO

Nach Art. 21 DSGVO kannst du jederzeit widersprechen, dass deine Daten für Direktwerbung genutzt werden. Danach dürfen sie für diesen Zweck nicht mehr verarbeitet werden – ein Unternehmen kann diesen Widerspruch nicht ablehnen. Hast du der Werbung einmal zugestimmt, kannst du diese Einwilligung nach Art. 7 Abs. 3 DSGVO jederzeit widerrufen; der Widerruf muss so einfach sein wie die Zustimmung. Schick deine Nachricht an den Kundenservice oder an die Datenschutz-Kontaktadresse aus der Datenschutzerklärung des Anbieters.

Ein Werbewiderspruch bedeutet nicht, dass alle deine Daten gelöscht werden müssen. Oft bleibt ein Vermerk gespeichert, damit du nicht erneut angeschrieben wirst. Nachrichten zu deinem Konto, etwa zu einer Auszahlung, sind keine Werbung und können weiter kommen.

Gesperrt? Dann ist persönliche Werbung verboten

Der Glücksspielstaatsvertrag schützt gesperrte Spielerinnen und Spieler besonders:

  • Persönlich adressierte Werbung für Glücksspiele, an denen gesperrte Personen nicht teilnehmen dürfen – etwa Sportwetten, virtuelle Automatenspiele oder Online-Poker –, ist nur erlaubt, wenn du vorher in Werbung und in die Abfrage der Sperrdatei eingewilligt hast.
  • Vor dem Versand, etwa per Post oder E-Mail, muss der Werbende in der Sperrdatei prüfen, ob du gesperrt bist. Bist du gesperrt, ist persönliche Werbung an dich unzulässig, und deine frühere Einwilligung gilt als widerrufen.
  • Anbieter dürfen dich nicht drängen, deine Sperre aufheben zu lassen. Nach einer Aufhebung dürfen sie dir keine Vorteile oder Vergünstigungen gewähren.

Eine OASIS-Sperre ist deshalb nicht nur eine Spielpause, sondern auch ein starker Hebel gegen persönliche Werbung von Anbietern mit deutscher Erlaubnis. Sie ist kostenlos und gilt in der Regel mindestens ein Jahr, auf Wunsch kürzer, aber nicht unter drei Monaten.

Wenn die Werbung trotzdem weitergeht

Bewahre deine Abmeldung, eine eventuelle Bestätigung und alle späteren Nachrichten zusammen auf, am besten mit Datum oder als Screenshot. Wende dich noch einmal an den Anbieter und verweise auf deine erste Nachricht. Hilft das nicht, kannst du den Fall der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) melden: Sie nimmt Hinweise auf unerlaubte Glücksspielwerbung und auf Unregelmäßigkeiten bei erlaubten Anbietern entgegen.

Wirbt jemand mit Sprüchen wie „ohne LUGAS“ oder „ohne Einzahlungslimit“, ist das ein Warnsignal: Anbieter, die nicht an LUGAS angeschlossen sind, sind laut GGL grundsätzlich illegal. Antworte nicht, sondern melde die Werbung.

Verdächtige Nachrichten anders behandeln

Bist du nicht sicher, ob eine Nachricht echt ist, antworte nicht und klick auch nicht auf den Abmeldelink darin. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) nennt typische Phishing-Merkmale: Zeitdruck, Drohungen, die Bitte um PIN oder Kartendaten, Links oder Formulare in der E-Mail und ungewöhnliche Anfragen scheinbar bekannter Absender. Ein „https“ in der Adresse beweist allein nicht, dass eine Seite echt ist. Tipp die Adresse des Anbieters lieber selbst ein oder nutze die App, die du aus dem offiziellen App-Store installiert hast.

Was eine Abmeldung leistet – und was nicht

Ein Werbewiderspruch betrifft Nachrichten. Er schließt weder dein Konto noch sperrt er dich vom Spielen. Willst du das Konto schließen, darf das laut Glücksspielstaatsvertrag nicht schwieriger sein als die Eröffnung, und dein Guthaben muss innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren überwiesen werden. Eine Spielpause erreichst du über den Panikknopf für 24 Stunden oder über eine OASIS-Sperre.

Rechne auch nicht damit, dass jede Werbung verschwindet. Für bestimmte Online-Glücksspiele, etwa virtuelle Automatenspiele und Online-Poker, ist Werbung im Internet, im Radio und im Fernsehen zwischen 6 und 21 Uhr verboten, danach aber möglich. Werbung in sozialen Netzwerken steuerst du zusätzlich über die Werbeeinstellungen der jeweiligen Plattform. Merkst du, dass Werbung bei dir Spieldruck auslöst, ist das ein Signal, mehr als nur dein Postfach zu schützen.

Quellen

Published 1. Oktober 2026 · reviewed 1. Oktober 2026Editorial methodology →