RNG steht für Random Number Generator, auf Deutsch Zufallsgenerator oder Zufallszahlengenerator. Diese Software liefert unvorhersehbare Zahlen, die das Spiel in ein Ergebnis umrechnet: wo die Walzen stehen bleiben, welche Karte gezogen wird oder welche Zahl fällt. In Deutschland braucht bei virtuellen Automatenspielen jedes einzelne Spiel vorab eine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Das schafft Vertrauen in das geprüfte System. Über deinen nächsten Dreh sagt es nichts.
Dieser Ratgeber richtet sich an Erwachsene ab 18 Jahren, die verstehen wollen, was »zufällig« und »geprüft« in der Praxis bedeutet – und was nicht.
Von der Zufallszahl zum Spielergebnis
Ein Ergebnis in einem digitalen Glücksspiel entsteht in drei Schritten. Deshalb reicht es nicht, nur den Zufallsgenerator selbst zu betrachten:
- Der Zufallsgenerator erzeugt rohe Zahlen. Algorithmus und Einrichtung dürfen die Ergebnisse nicht vorhersehbar machen.
- Die Zahlen werden in das umgerechnet, was das Spiel braucht – etwa die Position der Walzen oder die gezogene Karte. Diese Umrechnung muss den Zufall und die Wahrscheinlichkeiten erhalten, auf denen das Spiel beruht.
- Spielregeln und Gewinnplan legen fest, was das Ergebnis wert ist. Erst hier wird aus der Zahl ein Gewinn oder ein Verlust.
Warum eine Serie nichts über das nächste Ergebnis verrät
Bei Slots gilt dasselbe: Jeder Dreh ist unabhängig vom vorherigen. Ein Automat wird nicht »heiß« oder »kalt«, und frühere Verluste bauen keinen Gewinn auf, der kommen muss. Der Gewinn muss außerdem ein vor dem Spiel festgelegtes Vielfaches des Einsatzes sein, und Jackpots, die aus gesammelten Einsätzen wachsen, sind bei virtuellen Automatenspielen verboten.
Das schreiben die deutschen Regeln vor
Für virtuelle Automatenspiele gelten die Vorgaben aus § 22a des Glücksspielstaatsvertrags 2021. Für dich als Spieler sind diese Punkte am wichtigsten:
- Jedes Spiel braucht vor dem Angebot eine eigene Erlaubnis.
- Dort, wo du den Einsatz platzierst, müssen die Wahrscheinlichkeit des Höchstgewinns und die durchschnittliche Auszahlungsquote je 1 Euro Einsatz stehen. Die GGL nennt diese Quote Return-to-Player-Rate (RTP).
- Spielregeln und Gewinnplan müssen leicht aufrufbar sein.
- Ein Spiel dauert im Durchschnitt mindestens 5 Sekunden, und jedes Spiel startest du einzeln von Hand – Autoplay ist verboten.
- Einsätze und Gewinne werden nur in Euro und Cent angezeigt, nicht in Punkten.
- Kostenlose Demospiele müssen dieselben Gewinnwahrscheinlichkeiten und dieselbe Auszahlungsquote haben wie das echte Spiel.
Was eine Prüfung belegen kann – und was nicht
- Sie kann zeigen, dass Zufallsgenerator, Umrechnung und Spiel den Vorgaben entsprechen.
- Sie kann die Ergebnisse über sehr viele simulierte Runden mit der Mathematik des Spiels vergleichen.
- Sie kann dir nicht sagen, was als Nächstes kommt.
- Sie kann nicht dafür sorgen, dass eine kurze Spielsitzung der RTP entspricht. Nach ein paar hundert Drehs kannst du weit darüber oder weit darunter liegen.
- Sie garantiert keinen Gewinn und kein Zurückholen von Verlusten. Auch ein faires Spiel hat einen eingebauten Vorteil für den Anbieter.
- Sie ersetzt nicht die Prüfung, ob die Website zu einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis gehört.
Checkliste vor dem Spielen
- Suche den Anbieter und die Domain auf der Whitelist der GGL. Legale Angebote laufen auf einer .de-Domain.
- Achte auf das Prüf- und Erlaubnissiegel der GGL auf der Startseite.
- Öffne vor dem Spielen Spielregeln und Gewinnplan und finde die Auszahlungsquote (RTP) beim Einsatzfeld.
- Sieh ein Prüflogo oder eine Zertifikatsnummer als Hinweis, nicht als Beweis. Entscheidend ist die deutsche Erlaubnis – ausländische Lizenzen zählen nicht.
- Prüfe, ob es ein digitales Spiel (RNG) oder ein Live-Spiel mit echtem Croupier ist. Beide werden unterschiedlich kontrolliert.
- Entscheidungsregel: Findest du die Erlaubnis, die Regeln oder die RTP nicht, oder passen die Angaben nicht zusammen, dann spiele nicht, bis das geklärt ist.
Digitale Slots und Live-Tische sind nicht dasselbe
Online-Roulette, Blackjack und Live-Übertragungen von echten Tischen gelten in Deutschland als Online-Casinospiele. Sie dürfen nur von einzelnen Ländern für ihr eigenes Gebiet angeboten oder erlaubt werden – eine bundesweite Erlaubnis dafür gibt es nicht. Bei einem Live-Tisch entscheidet echte Ausrüstung, etwa ein Roulettekessel, über das Ergebnis, nicht ein Zufallsgenerator. Prüfe deshalb zuerst, welche Art von Spiel du öffnest und ob es in deinem Bundesland erlaubt ist.
Zufällig und geprüft heißt nicht ohne Risiko
Eine Prüfung macht Glücksspiel nicht zu einer Einnahmequelle. Lege vor dem Start ein Budget fest; das anbieterübergreifende Einzahlungslimit, das du bei legalen Anbietern setzen musst, liegt in der Regel bei höchstens 1.000 Euro im Monat. Merkst du, dass du weiterspielst, um Verluste zurückzuholen, hilft das Beratungstelefon des BIÖG kostenlos unter 0800 1 37 27 00.
