Baccarat ist ein Vergleichsspiel: Du setzt darauf, ob die Hand Spieler (Player) oder die Hand Bank (Banker) näher an 9 endet – oder ob beide gleich stehen (Tie). Die Karten werden nach festen Regeln verteilt. Du entscheidest also nie, ob eine Hand noch eine Karte bekommt. Deine einzige Wahl ist, worauf und wie viel du setzt.
Dieser Ratgeber richtet sich an Erwachsene ab 18 Jahren. Er beschreibt die übliche Version mit Kommission und erklärt, was in Deutschland online erlaubt ist. Varianten können Auszahlungen und Hausvorteil ändern – lies deshalb immer die Regeln des jeweiligen Spiels.
So zählst du Punkte beim Baccarat
Spieler und Bank sind nur die Namen der beiden Hände. Sie beschreiben weder dich noch den Croupier noch einen Platz am Tisch. Ein Ass zählt 1, Karten von 2 bis 9 zählen ihren Wert, Zehner und Bildkarten zählen 0. Ergibt die Summe 10 oder mehr, zählt nur die letzte Ziffer: 7 + 8 = 15, die Hand ist also 5 wert. Der höchste Wert ist 9, und eine Hand kann sich nicht überkaufen.
Spieler, Bank und Unentschieden: die Auszahlungen
- Spieler gewinnt, wenn die Spieler-Hand näher an 9 endet. In der üblichen Version zahlt die Wette 1:1.
- Bank gewinnt, wenn die Bank-Hand näher an 9 endet. Die Auszahlung beträgt 0,95:1, weil 5 % Kommission vom Gewinn abgezogen werden.
- Unentschieden gewinnt, wenn beide fertigen Hände denselben Wert haben. Eine übliche Auszahlungstabelle bietet 8:1. Einsätze auf Spieler und Bank bekommst du bei Unentschieden normalerweise zurück.
Die Regel zur dritten Karte
Haben beide Hände zwei Karten, wendet der Croupier oder die Spielsoftware eine feste Tabelle an. Während der Runde gibt es nichts zu entscheiden.
Die Spieler-Hand
- Hat eine der beiden Hände mit den ersten zwei Karten 8 oder 9, ist das ein Natural, und keine Hand zieht weiter.
- Sonst zieht Spieler bei 0, 1, 2, 3, 4 oder 5 eine dritte Karte.
- Bei 6 oder 7 bleibt Spieler stehen.
Die Bank-Hand
Bleibt Spieler stehen, zieht Bank bei 0 bis 5 und bleibt bei 6 oder 7 stehen. Zieht Spieler, hängt der Zug der Bank von ihrem eigenen Wert und vom Wert der dritten Spielerkarte ab:
- Bank 0, 1 oder 2: zieht.
- Bank 3: zieht, außer die dritte Spielerkarte ist eine 8.
- Bank 4: zieht, wenn die dritte Spielerkarte 2, 3, 4, 5, 6 oder 7 ist.
- Bank 5: zieht, wenn die dritte Spielerkarte 4, 5, 6 oder 7 ist.
- Bank 6: zieht, wenn die dritte Spielerkarte 6 oder 7 ist.
- Bank 7: bleibt stehen.
Beispiel: eine Runde von Anfang bis Ende
Hausvorteil: Warum die drei Wetten unterschiedlich viel kosten
Die übliche Berechnung für Baccarat mit acht Decks und Kommission ergibt einen Hausvorteil von rund 1,06 % auf Bank, 1,24 % auf Spieler und 14,36 % auf Unentschieden bei einer Auszahlung von 8:1. Bank gewinnt wegen der Ziehregeln etwas häufiger, deshalb wird auf ihre Gewinne Kommission fällig. Unentschieden lockt mit einer hohen Auszahlung, kostet im Schnitt aber deutlich mehr. Ein niedriger Hausvorteil nimmt dir das Verlustrisiko nicht.
Ist Online-Baccarat in Deutschland erlaubt?
Nur eingeschränkt. Baccarat gehört wie Roulette, Blackjack und Live-Casino rechtlich zu den „Online-Casinospielen“. Dafür vergibt die GGL keine bundesweite Erlaubnis. Nur ein Bundesland darf sie selbst anbieten oder per Konzession erlauben – und nur für sein eigenes Gebiet (§ 22c GlüStV).
Zum Stand 26.05.2025 hatten laut GGL nur Schleswig-Holstein und Bayern solche Konzessionen vergeben, insgesamt fünf. Eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele deckt Baccarat nicht ab: Automatenspiele, die Bankhalterspiele wie Baccarat nachbilden, sind ausdrücklich verboten (§ 22a Abs. 2 GlüStV). Wer bei einem Anbieter ohne Erlaubnis spielt, macht sich nach § 285 StGB strafbar – laut GGL drohen bis zu sechs Monate Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen.
Was sich in Baccarat-Varianten ändert
Die Namen Spieler, Bank und Unentschieden können auf dem Bildschirm bleiben, obwohl die Auszahlungen geändert sind. Eine Version ohne Kommission zahlt zum Beispiel weniger, wenn Bank mit einem bestimmten Wert gewinnt. Nebenwetten haben eigene Regeln und einen eigenen Hausvorteil. Weicht etwas von der üblichen Version ab, gelten die Prozentwerte oben nicht automatisch.
Checkliste, bevor du Baccarat spielst
- Prüf, ob der Anbieter in deinem Bundesland Online-Casinospiele anbieten darf.
- Öffne die Spielregeln oder die Hilfeseite, bevor du setzt.
- Kläre die Zahl der Decks und ob das Spiel Kommission nimmt oder eine Regel ohne Kommission hat.
- Lies die genauen Auszahlungen für Spieler, Bank und Unentschieden – und was bei Unentschieden passiert.
- Achte auf Hausvorteil, Auszahlungsquote oder Wahrscheinlichkeiten statt nur auf die Höhe der Auszahlung.
- Behandle Nebenwetten als eigene Spiele und prüfe ihre Regeln getrennt.
- Leg vorher ein Geld- und Zeitlimit fest und erhöhe es nicht, um Verluste zurückzuholen.
Kurz gesagt: Prüf zuerst die Auszahlungstabelle. Denk daran, dass nur die letzte Ziffer zählt, die dritte Karte automatisch geregelt ist und eine hohe Auszahlung keinen niedrigen Preis bedeutet. Merkst du, dass du Verlusten hinterherjagst, hör auf und such dir Unterstützung.
